Die Zeit nach der Gründung bis 1999 Seite 2

Am Abend des 18. Juni 1931 gegen 11:45 Uhr wurde die Wehr zum Brande bei Schwenn nach Wulfen gerufen. Wegen der großen Entfernung von ca. 7 Km war an eine Rettung des brennenden Gebäudes nicht zu denken. Im Oktober 1931 trat Johannes Maaß als stellvertretender Hauptmann zurück. Neuer Stellvertreter wurde Ernst Lübker aus Landkirchen.
Am 07. Januar 1932 war die Wehr beim Scheunenbrand Mackeprang in Albertsdorf im Einsatz. Hierbei konnten die Nachbargebäude vor Funkenflug geschützt werden.

Am 29. August 1932 brannte der Stroh- und Getreidediemen der Geschwister Marquardt in Mummendorf. Es mußte sehr schwer gewesen sein, den Brand zu bekämpfen. Die Dreschgarnitur (Dreschmaschine und Strohpresse) konnte in letzter Minute vom Brandherd weggezogen werden. Die Bisdorfer Wehr war zur Hilfe herbeigeeilt, um die Gebäude zu schützen.

Auf einer Versammlung rügte der Hauptmann die unentschuldigten Versäumnisse bei den Übungen. Er sei entschlossen, hier streng und unnachgiebig durchzugreifen und wolle gegebenenfalls von seiner Befugnis, Strafen bis zu einer Höhe von 1,50 Mark zu verhängen, Gebrauch machen. Die Führer der Fehmarnschen Wehren hatten sich am 30. Januar 1933 in Puttgarden getroffen. In dieser Aussprache ergab sich, daß die Burger Freiwillige Feuerwehr, der Feuerwehrsterbekasse noch nicht beigetreten sei, weil hierin die langjährigen jetzigen Ehrenmitglieder nicht mit einbegriffen seien, sondern nur die aktiven. Dieses wurde allerdings bald geändert.

Am 10. Februar 1933 brannte in Avendorf das Doppelwohnhaus Kempe/Schläppi. Eine Totalvernichtung konnte jedoch verhindert werden. Mit Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 traten auch zahlreiche Veränderungen für die Feuerwehr in Kraft.
So schreibt der Chronist: „Nachdem im Laufe des Sommers die vorgeschriebenen Übungen abgehalten wurden, fand in gewohnter Weise am 05. November 1933 die diesjährige Schlußübung statt, zu der sich diesmal der Oberbrandmeister J. Wiepert eingefunden hatte, um die Wehr zu besichtigen. Die Steigerabteilung wie die Spritzenmannschaften mußten die Bedienung von Geräten und Spritzen vorführen. Marschierübungen und schließlich der Parademarsch wurden abgehalten. Der Oberbrandmeister hielt daraufhin eine kurze Ansprache, in der er hervorhob, daß die Landkirchener Freiwillige Feuerwehr einen guten Ruf genieße, konnte aber dennoch nicht umhin, eine Rüge zu erteilen. Bei der Steigerabteilung hatte er leider einige mangelhaft geputzten Karabinerhaken, und daß jemand aus der Spritzenmannschaft seinem Helm nicht geputzt habe, festgestellt. In einer anschließenden Versammlung gab der Geschäftsführer Glunz den Kassenbestand von 287,80 Reichsmark bekannt. Der Hauptmann teilte mit, daß die Freiw. Feuerwehr am Tage der Schlußübung 38 aktive und 17 passive Mitglieder zähle. Mit der in der damaligen Zeit üblichen „Huldigung“ auf Vaterland und Führer und Absingen der National-Lieder schloß der Hauptmann die diesjährige Schlußübung.

Am 28. Januar 1934 fand eine Zusammenkunft der Führer zum Kreisfeuerwehrverbandstag statt, in der im wesentlichen die Neubildung bzw. Umstellung der Freiw. Feuerwehr besprochen wurde. Zum Kreisfeuerwehrverbandsführer (Kreisbrandmeister) wurde der Feuerwehrhauptmann Kunst bestellt. Die Führer der einzelnen Wehren erhielten die für Wehren erforderlichen neuen Bestimmungen, die dem Führerprinzip des nationalsozialistischen Staates angepaßt waren. Die Versammlung unserer Wehr am 29. Januar 1934 begann mit einem Zeugappell. Anschließend wurde das neue Gesetz für die Freiw. Feuerwehren verlesen. Die Wehren des mittleren Kirchspieles gehörten nunmehr mit 5 Löschzügen zu einem geschlossenen Verband „Freiwillige Feuerwehr Landkirchen“. Die Landkirchener Wehr bildete jetzt den Löschzug II (Löschzugführer war Paul Ehler). Der Bauer Max Hinz aus Hinrichsdorf wurde zum Oberbrandmeister des vorgenannten Feuerlöschverbandes bestellt. Zum stellvertretender Löschzugführer wurde Paul Ehler ernannt. Der Oberbrandmeister mit den 5 Löschzugführern bildeten den Führerrat, der in entscheidenden Angelegenheiten berat und entschied.

Am 5. November 1934 vormittags gegen 11.00 Uhr wurde unsere Wehr zum Brand der Wilkenschen Scheune nach Vadersdorf gerufen. Die inzwischen herbeigeholte Petersdorfer Motorspritze gab sich alle Mühe, den Brandherd zu bekämpfen. Die Wehren aus Vadersdorf, Landkirchen, Bisdorf und Neujellingsdorf hatten die Aufgabe, die Nachbarhäuser gegen Funkenflug zu schützen.
Am 27. Januar 1935 war eine Führerschulung in Burg angesetzt, wo bekannt gegeben wurde, daß die Feuerwehren auch als Polizeiorgan vom Staat beansprucht werden können.

Am Morgen des 28. Januar 1935 rückte die Wehr zum Brand des Wohnhauses von Frau Krützfeld in Altjellingsdorf aus. Leider konnte auch die Bewohnerin Frau Krützfeld nicht lebend aus dem Feuer geborgen werden.

Sankt Florian

Fotos: Ferdinand Schöning und Hans Höpner

Trotz Einsätze und Übungen haben die alljährlichen Sommerfeste stattgefunden. Teilweise mit wenig Erlös, so daß man manchmal schon sehr resigniert war. Auf der Versammlung der Wehr am 26. September 1935 berichtete der Brandmeister, daß er beim Amtsvorsteher den Antrag auf Beschaffung einer Motorspritze gestellt habe. Der Amtsvorsteher habe ihm zugesagt, daß er sich um die Finanzierung bemühen werde.
Die Versammlung am 16. Oktober 1935 wurde vom Amtswehrführer Max Hinz aus Hinrichsdorf eröffnet.

Er teilte mit, daß der bisherige Löschzugführer Paul Ehler um seine Entlassung gebeten habe. Somit traten die neuen Bestimmungen in Kraft und Hans Höpner aus Mummendorf wurde zum neuen Löschzugführer ernannt. Jacob Wilder aus Landkirchen und Max Schäfer aus Landkirchen wurden Löschmeister. Der Gastwirt Johannes Petersen aus Landkirchen und Ferdinand Schöning aus Landkirchen wurden Oberfeuerwehrmänner. N. Rauert wurde Schrift- und Rechnungsführer. Jacob Wilder wurde außerdem zum Aufseher der Motorspritze bestimmt.

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