Die Zeit nach der Gründung bis 1999 Seite 12

Bei den Wahlen am 14. Januar 1995 wählte man Walter Jäger als Kassenwart und Gert Jacobsen als Funkwart wieder. Regina Bügge-Mau setzte sich in geheimer Wahl zur Atemschutzwartin gegen den Mitbewerber Uwe Seefeldt durch. Der Aufgabenbereich der Feuerwehren wurde im Laufe der Zeit immer größer. So sollte auf Fehmarn ein Erkundungstrupp für Gefahrgut aufgestellt werden. Mehrere Gefahrgutunfälle in der letzten Zeit machten es erforderlich, daß Kameradinnen und Kameraden aus den Wehren Fehmarns zu einem Spezialtrupp ausgebildet wurden. Denn es werden auch heute weiterhin hochexplosive und giftige Frachten mit Kesselwagen der Bahn AG und per Lkw über Fehmarn von und nach Skandinavien rollen. Aus unserer Wehr hatten sich 3 Kameraden bereit erklärt, eine Ausbildung zum Erkundungstrupp mitzumachen.

Im Januar 1995 wurde Hans-Joachim Mandel aus Petersdorf zum neuen Amtswehrführer gewählt. Der scheidende Klaus Rahmberg wurde aufgrund seiner Verdienste für die Amtswehr als Funkwart und Amtswehrführer zum Ehrenamtswehrführer ernannt. Am 09. Oktober 1995 rückten die Kameradinnen und Kameraden zu einem Scheunenbrand in Strukkamp (Friedrich Rahlff) aus. Die Scheune samt Inventar wurde ein Opfer der Flammen. Und am ersten Novemberwochenende war die Wehr bei den Überschwemmungen aufgrund der Sturmflut in Westerbergen und Lemkenhafen mit im Einsatz. Am 08. Dezember forderte sie der Brand des Wohnhauses von Hans-Jürgen Maaß in der Hauptstraße in Landkirchen. Durch das Dach wurde ein Innenangriff vorgenommen und bekämpft. Durch Wasserschaden war natürlich auch das Erdgeschoß eine Zeit lang nicht bewohnbar.

Foto von links:Hinrich Maas, Arno Langbehn

1. Reihe von links: Philipp Maas, Carsten Bügge-Mau, Timo Steffen, Mario Deskau
2. Reihe von links: Rene Braun, Torben Wulf, Torsten Steffen, Marcus Bügge-Mau


Die Nachwuchssorgen schienen erst einmal gebannt zu sein, denn auf der Jahreshauptversammlung am 13. Januar 1996 wurden 5 junge Kameraden in die Wehr aufgenommen. Bei der turnusgemäß anstehenden Wahl wurde Karl Wieske als Schriftführer einstimmig wiedergewählt. Ehrenamtswehrführer Rahmberg, der auch der Jahreshauptversammlung beiwohnte, bedankte sich für die Spende anläßlich seines 60. Geburtstages. Somit konnte er den Erlös von ca. 3.000,-- DM den Jugendwehren in Burg und Petersdorf zur Verfügung stellen. Das Alarmierungssystem konnte in den letzten Jahren wesentlich verbessert werden. 11 Kameradinnen und Kameraden rüstete man mit Meldeempfängern aus, um bei kleineren Einsätzen ohne Sirenenalarm zum Einsatzort zu gelangen.

Aufgrund der allgemeinen Finanzkrise des Bundes, der Länder sowie der Kreise und Gemeinden hatte der Innenminister des Landes Schleswig-Holstein angekündigt, weniger Geld aus der Brandschutzsteuer für die Feuerwehren zur Verfügung zu stellen. Dieses veranlaßte den Landesfeuerwehrverband im November des Jahres 1996, zu einer Großdemonstration in Kiel aufzurufen. Auch die Landkirchener Wehr war mit 15 Personen unter den Feuerwehrkameradinnen und –kameraden aus ganz Schleswig-Holstein dabei. Auf der anstehenden Jahreshauptversammlung am 11. Januar 1997 standen einige wichtige Punkte auf der Tagesordnung. So mußte auch wieder ein neuer Kassenwart gewählt werden. Walter Jäger schied nach Erreichen der Altersgrenze aus. Daraufhin erhielt der Kamerad Werner Maas das Vertrauen und wurde neuer Kassenwart.

Die neue Feuerwehr-Satzung vom 10. Februar 1996 stand ebenfalls zur Abstimmung auf der Tagesordnung. Man stimmte ihr zu. Nach der neuen Satzung mußten auf der Grundlage der Mitgliedsstärke der Landkirchener Wehr drei Delegierte zur Amtswehrführung gewählt werden. Die Wahl hierzu fiel auf Torsten Maaß, Gerd Jacobsen und Willi Raabe. Das Thema Finanzierbarkeit von vier Gemeindewehren stand wieder einmal zur Diskussion. So kündigte Bürgermeister Rathmann an, daß sich angesichts immer knapper werdender öffentlicher Mittel die Gemeinde sicher eines Tages fragen lassen müsse, welches Maß an Feuerwehrtechnik bei einer Einwohnerzahl von 2300 vertretbar sei.

Der Kreiswehrführer Johannes Störtenbecker wies aber auch auf die Probleme der Feuerwehren hin. Es werden immer mehr Ansprüche gestellt, bei immer weniger Fördermittel. Anzumerken sei noch, daß die vier Wehren mit ihren Ansprüchen sehr verständlich und zurückhaltend sei. So beteiligte sich im vergangenen Jahr wiederum die Landkirchener Wehr mit 2.000,-- DM an der Anschaffung von Schutzkleidung. Das Jahr 1997 fing auch gleich gut an. Die Wehr wurde am 01. Januar zum Schuppenbrand des Bürgermeisters gerufen. Durch den schnellen Einsatz konnte Schlimmeres verhindert werden. Der Bürgermeister hatte eben einmal auf eine andere Art und Weise zum Neujahrsempfang geladen unkten die Kameradinnen und Kameraden im nachhinein. Da zukünftig jede Wehr zu den Sitzungen und Wahlen des Kreisfeuerwehrverbandes einen Delegierten entsenden müssen, wurde der stellvertretende Wehrführer der Landkirchener Wehr hierzu ausgewählt.

Im Sommer 1997 mußte ein nicht so einfaches Problem gelöst werden. Das Mannschaftsfahrzeug hatte seinen Geist aufgegeben. Es wurden verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen, wie zum Beispiel einen Anhänger hinter das Löschfahrzeug zu hängen, um die Tragkraftspritze befördern zu können. Dann wären aber nur 3 Kameraden am Einsatzort gewesen. An dieser Stelle muß auch einmal gesagt werden, daß der Bürgermeister Rathmann sich in dieser Angelegenheit sehr aktiv eingesetzt hatte. Und so wurde schließlich eine Regelung getroffen, mit der die Gemeindevertretung und die Landkirchener Wehr zufrieden sein konnten. Es wurde ein sehr guter VW-Bus auf Ratenzahlung gekauft. Die Landkirchener Wehr bot an, die erforderlichen Umarbeiten und deren Kosten zu übernehmen. Die Umbauarbeiten beinhalteten unter anderem, das Fahrzeug mit der Feuerwehrfarbe „rot“ zu lackieren und den Innenraum so herzurichten, damit 9 Personen und die TS transportiert werden konnten.

Bei dem von der Gemeinde vorgesehenen Einbau einer Gas-Zentralheizung im Gerätehaus und der Einliegerwohnung wurden auch hier die Arbeitskosten durch den Einsatz der jungen Kameraden der Wehr beigebracht.

Auch in diesem Jahr mußte die Wehr im Sommer zur Erntezeit einige Flächenbrände löschen. Und am 13. Oktober brannte der Dachstuhl des Wohn- und Geschäftshauses Scheel in Landkirchen. Durch die umsichtige Entscheidung des Wehrführers und Gemeindewehrführers als Einsatzleitung konnte viel Schaden vermieden werden. Ihr Entschluß, mehrere Wehren anzufordern und lokal mit Atemschutztrupps den Brandherd direkt zu bekämpfen, erwies sich als eine gute Entscheidung. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Es waren zugegen, die Landkirchener Wehr, die Bisdorf-Hinrichsdorfer, die Burger, die Süderorter und in Reserve die Petersdorfer Wehr. Am 04. November eilten die Kameradinnen und Kameraden der Landkirchener Wehr der Süderorter Wehr zur Hilfe beim Geschäftshausbrand bei Maxe in Wulfen, wobei der Dachstuhl niederbrannte.

Auf der Jahreshauptversammlung am 10. Januar 1998 teilte der Wehrführer mit, daß die Wehr zur Zeit aus 32 aktiven Mitgliedern bestehe. Davon seien 2 weibliche Kameradinnen und 4 Kameraden der Reserve. 12 seien Ehrenmitglieder und 197 fördernde Mitglieder unterstützten die Wehr.

Etwas Leben kam bei dieser Versammlung auf, als der erste Stellvertreter des Bürgermeisters Carsten Micheel aus Gammendorf seine Meinung über die schwierige Finanzierbarkeit der vier Wehren in der Gemeinde vorbrachte. Er meinte, in einer Zeit wo „Car-Sharing“ oder „Time-Sharing“ im Vormarsch seien, müsse es auch möglich sein, daß eine Gemeinde ebenso „Feuerwehr-Sharing“ betreiben und die Geräte mehrerer Ortswehren an einem zentralen Punkt bündeln könne. Micheel betonte, er wolle mit diesen Überlegungen lediglich Denkanstöße geben. Seine Gedanken stießen jedoch auf wenig Verständnis. Scharfes Kontra gab der erst seit zehn Tagen im Amt befindliche Kreiswehrführer Manfred Reinhold: „Lassen Sie die Finger von den kleinen Ortswehren!“. Es sei gefährlich, immer wenn das Geld fehle, an der Feuerwehr sparen zu wollen. Aus eigener Erfahrung wisse er, daß derartige Fusionen meist mit großen Verlusten an Mitgliedern einher gingen. Auch Mitglieder zu werben würde erschwert werden und Nachwuchsprobleme damit vorprogrammiert. Gerade durch die kleinen Ortswehren sei eine schnelle Präsenz der Löschtrupps am Brandort gewährleistet.

Als Einsätze in 1998 ist am 21. Januar der Giftflaschenfund an der Küste zu nennen. Hier wurden Giftflaschen angespült, deren Inhalt hoch giftig war. Am 06. Juni hatte die Wehr Löschhilfe in Puttgarden bei einem Scheunenbrand bei Rauert geleistet. Die Scheune brannte jedoch völlig nieder. Viermal rückte die Wehr im Laufe des Sommers aus, obwohl keine Hilfe erforderlich war. Hier wurden hauptsächlich Knickrückstände (Buschwerk) aufgebrannt. Diese waren auch bei der Amtsverwaltung angemeldet und genehmigt worden. Nur die Zusammenarbeit zwischen Amt, Polizei und Leitstelle hatte scheinbar nicht funktioniert.
Am 06. Dezember mußte die Wehr schließlich noch einmal Löschhilfe bei einem Zimmerbrand bei Maxe in Wulfen leisten. Ein Jahr zuvor war an gleicher Stelle der Dachstuhl des gleichen Hauseigentümers abgebrannt. Diesmal konnte aber Schlimmeres verhindert werden.

Auf der letzten Jahreshauptversammlung am 09. Januar 1999 gab der Wehrführer den Ausbildungsstand bei 34 aktiven Kameradinnen und Kameraden bekannt. Im einzelnen haben 27 Kameraden eine Maschinistenausbildung, 9 Kameraden einen Motorsägenlehrgang, 5 Kameraden einen Sanitätslehrgang, 26 Kameraden eine Funkausbildung, 5 Kameraden waren auf einem Funkfortbildungslehrgang; 12 Kameraden haben eine Atemschutzausbildung, 2 Kameraden einen Atemschutzgerätepflegelehrgang, 27 Kameraden einen Truppführerlehrgang, 5 Kameraden einen Gruppenführerlehrgang G1 und G2 sowie jeweils 2 Kameraden einen Gefahrgutlehrgang GSG 1, einen Gefahrgutführerlehrgang GSG F und einen Zugführerlehrgang Z1.

Mit Stand des 31.12.1998 zählt die Freiw. Feuerwehr Landkirchen nunmehr 46 Mitglieder. Von den insgesamt 34 aktiven sind 2 weibliche Mitglieder. 5 Mitglieder sind in der Reserveabteilung und 12 Mitglieder in der Ehrenabteilung. Fördernde Mitglieder gibt es derzeit 195 Personen.

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